Donnerstag, 13. Dezember 2012

Jahresplanung in Online-Redaktionen - geht das überhaupt?

Online-Medien können sekundenaktuell veröffentlichen. Meist schneller als TV, Tageszeitung und Radio - aktueller als Zeitschriften sowieso. Auch wird die Arbeitsweise nicht durch einen täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Publikationsrhythmus bestimmt. Aber kann man deshalb auf eine mittel- bis langfristige Themenplanung verzichten?
Eher nicht!
Online-Redaktionen sind meist personell recht dünn besetzt. Da muss die knappe Ressource Redaktion effizient eingesetzt und verteilt werden. "Aktualität ist nicht planbar!" höre ich aus vielen Redaktionsstuben.
Richtig.
Aber eine langfristige Themenplanung kann sogar dabei helfen, die Zeit freizuschaufeln, die für aktuelle Themen benötigt wird. Wenn beispielsweise durch vorausschauendes Content-Management genügend Stehsatz-Artikel vorhanden sind, um spontan auf tagesaktuelle Themen einzusteigen.

Hauptsächlich wird eine Jahresplanung aber aus einer Reihe von anderen Gründen benötigt:

1. Nur nichts vergessen

Viele Anlässe für Geschichten im Laufe eines Jahres stehen bereits lange Zeit vorher fest:
  • Messen, Kongresse, Wahlen etc.   
  • Jahreszeiten, Ferien, Feiertage, Jubiläen
  • Selbst Keynotes von Apple finden stets ungefähr um den gleichen Dreh
  • Budesliga-Start oder -Finale, Olympische Spiele, Formel-1-Rennen
  • der Termin für die Abgabe der Steuererklärung
  • Kündigungsfristen für die Autoversicherung
  • ... 
Mit ausreichendem Vorlauf lassen sich so Ereignisse bereits redaktionell vorbereiten und schaffen Raum an den "heißen" Tagen für aktuelle Stücke.

2. Effiziente Materialsammlung

Weiß ein Autor bereits mehrere Monate im Voraus, welche Themen er bearbeiten muss, kann die Materialsammlung über einen langen Zeitraum nebenbei erfolgen. Ideen für die Bebilderung, interessante Links, Hintergrundinformationen lassen sich so bereits sammeln und die eigentliche Recherche verkürzen.

3. Thematische Schieflage vermeiden 

Für die Nutzer besteht ein Webangebot nicht nur aus den Beiträgen die gerade auf der Homepage zu finden sind, das gesamte Beitragsarchiv besitzt für die Nutzer großen Wert, wenn die Inhalte auf einem halbwegs zeitgemäßen Stand sind.
Kluge Planung ermöglicht es, zeitlose Themen - egal ob hintergründig oder nutzwertig - übers Jahr verteilt über die Webseite zu streuen. Wer sich bei seinen Themen ausschließlich an der Aktualität orientiert, beschäftigt sich leicht mit den immer gleichen Themen Um ganze Themengebiete abzudecken, ist es bewährter Online-Brauch, mehrere verschiedene Aspekte eines Themas in einzelnen Stücken zu behandeln. Auch diese klar gegeneinander abgegrenzten Beiträge, ergänzen sich in der Regel besser, wenn sie ungefähr zeitgleich konzipiert wurden.  Auch Dauerbrenner-Artikel - also Beiträge, die jeden Monat aktualisiert wiederholt werden - lassen sich so übers Jahr regelmäßig verteilen.

4. Bessere Koordination von Print und Online

Die eingangs erwähnten regelmäßigen Publikationszyklen von Print-Objekten sorgen ganz automatisch für einen Planungsrhythmus. Da der Vorlauf bei Monatstiteln beispielsweise von der ersten Themensammlung bis zum Erscheinen des Magazins häufig bis zu drei Monate beträgt, hilft es ungemein, wenn die Digitalos schon ungefähr wissen, was sie in drei Monaten vorhaben.

Freitag, 4. Juni 2010

Paid Content - Erfolgsmodell aus Frankreich

Aus Frankreich meldet das Portal Mediapart.fr, eine unabhängige Online-Zeitung, einen Erfolg für Paid Content. Bereits 40.000 Leser sind bereit, fünf bis neun Euro im Monat zu bezahlen, um Zugang zu täglichzu drei aktuellen Online-Ausgaben der Zeitung mit Hintergrundgeschichten und Reportagen zu erhalten.

Das Portal startete 2008. Nun fehlen noch ca. 10.000 Abonennten um die Redaktion aus 25 Journalisten, Technikern und Marketing-Leuten in die schwarzen zahlen zu bringen.

http://meedia.de

Um die Attraktivität zu steigern, denken die Macher über eine Kooperation mit anderen Redaktionen nach. So sollen sich die Abonennten in Zukunft einen Mix aus verschiedenen Titel zusammenstellen können. Ziel ist es, für 4-5 Websites einen Moatspreis von 15€ zu etablieren.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Die iPad-Welt

Der Axel-Springer-Verlag bringt als erste Tageszeitung die Welt auf das iPad. Täglich soll die iPad-Ausgabe 4 Mal gewartet werden und so für stets neue Inhalte auf dem Tabletcomputer sorgen.

Nachdem für das iPhone 175.000 Apps von Welt und Bild verkauft worden sind, glaubt Springer auch an einen Erfolg für das iPad-App. http://meedia.de

Zur Markteinführung soll das App die ersten 30 Tage kostenlos zum Download angeboten werden - dann werden 11,99€ für ein Monatsabo fällig.

Dabei soll die App nicht auf Kosten der Visits auf der Welt-Homepage gehen. Diese haben sich in letzter Zeit im Gegensatz zu Konkurrenzseiten überproportional gut entwickelt. Bei ähnlichen angeboten in den USA gig diese Strategie insofern auf, dass die kostenfreien Homepages weiterin gut besucht wurden. Allerdings blieben die iPad-Abos hinter den Erwartungen zurück.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Sky bringt iPad-App zur Fußball-WM

Ab Ende Mai können Fußballfans auf ihrem iPad Bundesligaspiele, DFB Pokal, Champions League und vor allem auch die Fußball-WM in Südafrika sehen. Auch Formel 1, Tennis und Eishockey kann man live auf dem iPad empfangen.

Sky bietet dazu eine spezielle App an. Für Abonnementen von Sky Sport oder Sky Fußball zusammen mit HD ist die App kostenlos. Für Abonnementen ohne HD kostet die App 12 € pro Monat.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Anfangserfolg für WSJ-iPad-App

Der iPad wurde im ersten Monat nach dem Verkaufsstart 1.000.000 mal verkauft. Dies ist nicht nur ein Erfolg für Apple, sondern auch die Chance für Paid Content im Qualitätsjournalismus. Zu dieser Ansicht muss man kommen, wenn man die Erfolgsmeldung aus dem Hause Murdoch mit iPad-App für das Wall Street Journal in Betracht zieht.

64.000 aktive Nutzer zählt die App. Doch nicht nur die überraschend große Zahl der Nutzer läßt Murdoch strahlen: “Unlike the Kindle, we keep 100 percent of the revenue from the iPad.” paidcontent.org Auch finanziell ist das App ein Erfolg.

Dies überrascht dann doch. Die App ist nämlich für Abonnenten der Printausgabe des Wall Street Journal umsonst. Für alle anderen kostet die App 18$ pro Monat. Die App dürfte bei diesen Preisen also nur finanziell erfolgreich sein, wenn sich viele Leser die App holen, welche nicht zum Abonnenntenkreis der Zeitung gehören und die App auch nicht auf Kosten der Printausgabe genutzt wird.

Eine weitere Einschränkung des Erfolgs liegt in der Tatsache, dass das Wall Street Journal eine der ersten Apps für das iPad stellen konnte. Es gibt also noch nicht allzu viele Konkurrenten, welche um Leser kämpfen. Ob dieses Erfolgsniveau also weiterhin gehalten werden kann, oder sich der Markt soweit aufsplittet, dass sich die Apps nur noch mit Mühe refinanzieren lassen, bleibt abzuwarten.

Zunächst wird das WSJ-App aber die Anfangseuphorie um das iPad noch befeuern.