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Mittwoch, 16. Oktober 2013

Plöchinger: Acht Thesen zur Zukunft des Journalismus


Stefan Plöchinger, Chefredakteur von sueddeutsche.de, hat einen bemerkenswerten und höchst lesenswerten Beitrag geschrieben. Seine Acht Thesen zur Zukunft wurden ursprünglich für das Jahrbuch des Bundes der deutschen Zeitschriftenverleger geschrieben.  Jetzt hat sie Plöchinger auf seinen privaten Blog gestellt und so einem größeren Publikum zugänglich gemacht.
Ich teile einige seiner Thesen (Qualität, Vision, Strukturen), andere Punkte sehe ich wenigstens teilweise anders.
Zwei Kernsätze - nicht neu aber perfekt formuliert - habe ich mir für meine Beratungstätigkeit in Redaktionen mitgenommen:
"Eine starke Marke ist nur eine, die ihre Qualität kennt - also mindestens eine Sache besser macht als andere Marken. Diese Qualität muss sie kennen und herausstellen, sonst scheitert sie." 
"Wer aufhört, irgendwie auch Spiegel Online oder Bild.de machen zu wollen (bloß mit weniger Menschen), und beginnt, seine eigene Marktlücke auszufüllen, wird verstehen, wie er seine Redaktion und deren Alltag neu zu strukturieren hat."  

Donnerstag, 21. Februar 2013

Ist das der Bauplan für Google? Epic 2015 revisited

Neulich wieder mal "Zurück in die Zukunft II" gesehen. Marty McFly reist ins Jahr 2015 wo ihn fliegende Autos und Skateboards erwarten. Wird wohl eher 2016...
Wie die Medienwelt im Jahr 2015 aussehen soll, das zeigt der Animationsfilm epic 2015. Unmittelbar nach der Veröffentlichung - also vor etwa acht Jahren - sorgten Robin Sloan und Matt Thompson auf allen Medienkongressen mit dem 8minütigen Streifen für Furore. Darin beschreiben sie dem Niedergang der klassischen Presse im Zeitalter von Google, Amazon, Internet und Social Media.

2004/2005 war das wahnsinnig visionär. 

Und heute? Nostradamus hätte seine wahre Freude. Schauen Sie selbst.



Zugegeben, die Dinge heißen anders. Der "wifipod" ist ein iphone geworden, statt "Friendster" wurde Facebook groß und auch die Fusion von Google und Amazon zu "Googlezon" hat nie stattgefunden.

Aber die Liste der korrekt vorhergesagten Entwicklungen verblüfft: 

  • iphone
  • Facebook
  • Twitter
  • Google News
  • Google Drive
  • Google plus
  • die Paywall der New York Times

Man könnte den Eindruck bekommen, dass epic bei Google als eine Art Bauplan benutzt wird.   

Dienstag, 29. Januar 2013

Der SF Examiner, das Internet und die Wählscheibe

Im Angesicht der Tageszeitungskrise liest man häufig,  Tageszeitungen hätten das Internet verschlafen. Das mag für einige Blätter zutreffen - für andere eher nicht.

Der San Francisco Examiner unternahm beispielsweise 1981 erste Versuche im Online Publishing, wie dieser US-TV-Beitrag beweist. Die renommierte Zeitung aus dem Hearst-Imperium, für die in vergangenen Zeiten bereits Mark Twain und Jack London geschrieben haben sollen, versuchte sich vor mehr als 30 Jahren an einer primitiven Online-Zeitung zum Download. Akustikkoppler und Wählscheibentelefone inbegriffen.



Ob es an der langen Online-Historie lag, dass das Blatt früher als andere der Gratiskultur des Internets erlegen ist, bleibt unklar. Fakt ist: Seit 2004 wird der SF Examiner kostenlos an alle Haushalte in San Francisco und den angrenzenden Counties verteilt.

Lesetipps:
10 Tipps für erfolgreichere Newsletter (Teil 1)
10 Tipps für erfolgreichere Newsletter (Teil 2)
Jahresplanung in Online-Redaktionen - geht das überhaupt?

Freitag, 4. Juni 2010

Paid Content - Erfolgsmodell aus Frankreich

Aus Frankreich meldet das Portal Mediapart.fr, eine unabhängige Online-Zeitung, einen Erfolg für Paid Content. Bereits 40.000 Leser sind bereit, fünf bis neun Euro im Monat zu bezahlen, um Zugang zu täglichzu drei aktuellen Online-Ausgaben der Zeitung mit Hintergrundgeschichten und Reportagen zu erhalten.

Das Portal startete 2008. Nun fehlen noch ca. 10.000 Abonennten um die Redaktion aus 25 Journalisten, Technikern und Marketing-Leuten in die schwarzen zahlen zu bringen.

http://meedia.de

Um die Attraktivität zu steigern, denken die Macher über eine Kooperation mit anderen Redaktionen nach. So sollen sich die Abonennten in Zukunft einen Mix aus verschiedenen Titel zusammenstellen können. Ziel ist es, für 4-5 Websites einen Moatspreis von 15€ zu etablieren.