Montag, 25. Februar 2013

Wie Social Media Verlagen nutzt

Branchentreff in Hamburg. Die VDZ Akademie rief, viele folgten als die Social Media-Verantwortliche von Verlagen ihr Erfolgsrezepte aus der Praxis vorstellten. Als Moderator mit dabei, SMO14-Geschäftsführer Uwe Baltner, der die Ergebnisse der Konferenz für einen sehr interessanten Blogbeitrag zusammenfasste.  

Sein Fazit: "Erfolg in Social Media wird durch emotionale Faktoren ebenso bedingt wie durch sorgfältige Planung. Verlage (und Unternehmen) brauchen Mut, Geduld und Leidenschaft. Ohne eine klare Vorstellung von Zielen und Zielgruppen und ohne Strategie werden aber auch Enthusiasten scheitern."

Mehr lesen: Expertenforum Social Media

Donnerstag, 21. Februar 2013

Ist das der Bauplan für Google? Epic 2015 revisited

Neulich wieder mal "Zurück in die Zukunft II" gesehen. Marty McFly reist ins Jahr 2015 wo ihn fliegende Autos und Skateboards erwarten. Wird wohl eher 2016...
Wie die Medienwelt im Jahr 2015 aussehen soll, das zeigt der Animationsfilm epic 2015. Unmittelbar nach der Veröffentlichung - also vor etwa acht Jahren - sorgten Robin Sloan und Matt Thompson auf allen Medienkongressen mit dem 8minütigen Streifen für Furore. Darin beschreiben sie dem Niedergang der klassischen Presse im Zeitalter von Google, Amazon, Internet und Social Media.

2004/2005 war das wahnsinnig visionär. 

Und heute? Nostradamus hätte seine wahre Freude. Schauen Sie selbst.



Zugegeben, die Dinge heißen anders. Der "wifipod" ist ein iphone geworden, statt "Friendster" wurde Facebook groß und auch die Fusion von Google und Amazon zu "Googlezon" hat nie stattgefunden.

Aber die Liste der korrekt vorhergesagten Entwicklungen verblüfft: 

  • iphone
  • Facebook
  • Twitter
  • Google News
  • Google Drive
  • Google plus
  • die Paywall der New York Times

Man könnte den Eindruck bekommen, dass epic bei Google als eine Art Bauplan benutzt wird.   

Dienstag, 29. Januar 2013

Der SF Examiner, das Internet und die Wählscheibe

Im Angesicht der Tageszeitungskrise liest man häufig,  Tageszeitungen hätten das Internet verschlafen. Das mag für einige Blätter zutreffen - für andere eher nicht.

Der San Francisco Examiner unternahm beispielsweise 1981 erste Versuche im Online Publishing, wie dieser US-TV-Beitrag beweist. Die renommierte Zeitung aus dem Hearst-Imperium, für die in vergangenen Zeiten bereits Mark Twain und Jack London geschrieben haben sollen, versuchte sich vor mehr als 30 Jahren an einer primitiven Online-Zeitung zum Download. Akustikkoppler und Wählscheibentelefone inbegriffen.



Ob es an der langen Online-Historie lag, dass das Blatt früher als andere der Gratiskultur des Internets erlegen ist, bleibt unklar. Fakt ist: Seit 2004 wird der SF Examiner kostenlos an alle Haushalte in San Francisco und den angrenzenden Counties verteilt.

Lesetipps:
10 Tipps für erfolgreichere Newsletter (Teil 1)
10 Tipps für erfolgreichere Newsletter (Teil 2)
Jahresplanung in Online-Redaktionen - geht das überhaupt?

Montag, 21. Januar 2013

10 Tipps für erfolgreichere Newsletter (Teil 2)

Ich kenne keine andere so zuverlässige und planbare Methode, die Reichweite auszubauen. Wie sich das bei einem meiner Beratungskunden im Jahr 2012 in der Praxis ausgewirkt hat, zeigt das Chart. PIs übersetzen sich hier übrigens beinahe 1:1 in Visits. Typisch: Nachdem die Maßnahmen ab der zweiten Jahreshälfte einmal umgesetzt waren, konnte das neue Niveau gehalten werden.   



6. Optimieren Sie Absender und Betreff

Falls Sie alle hauseigenen Newsletter abonniert haben (siehe Tipp 4 im ersten Teil dieses Beitrags), sehen Sie, was auch Ihre Leser zuerst sehen: Die Absenderangabe und Betreffzeile im Mail-Client. Hier entscheidet sich, ob der Newsletter überhaupt geöffnet wird. 
Bei der  Absenderadresse gehen die Meinungen auseinander, was attraktiver ist. Insbesondere PR-Agenturen schwören darauf, Personen statt Institutionen im Absender zu nennen. Medien sollten dagegen das Absendermedium nennen. 
Eine Betreffzeile wie „Ihr täglicher Newsletter“ verursacht zwar keinen Aufwand, ist aber so langweilig, dass Sie sich den ganzen Aufwand der bisherigen Tipps auch sparen können. Zeigen Sie, dass es einen guten Grund gibt, warum Sie schon wieder einen Newsletter rausschicken: Nennen Sie die wichtigsten Schlagzeilen im Betreff. Ein guter Newsletter-Builder kann dies auch automatisch. Oftmals lohnt sich auch die manuelle Justage, bei der ein Redakteur die attraktivsten Themen für die Betreffzeile setzt und gegebenenfalls anpasst.  

7. Verwenden Sie ein möglichst einfaches Layout

Kein Mail-Client ist wie der andere. Jeder kann andere Dinge, jeder hat andere Restriktionen. Outlook, Apple Mail, oder Browser-basierte Lösungen unterscheiden sich in ihrer Darstellung teilweise dramatisch. Da auch die mobile Nutzung über Smartphones stark zunimmt, empfehle ich ein einfaches, einspaltiges Layout, das gerne (kleine) Bilder beinhalten darf, das aber auch ohne nachgeladene Bilder attraktiv aussieht.

8. Beziehen Sie die Newsletter in die redaktionelle Themenplanung ein  

Eine hohe Versandfrequenz je Newsletter sorgt für spürbar erfolgreiche Newsletter (siehe Tipp 5 im ersten Teil dieses Beitrags). Doch um einen Newsletter täglich oder gar zweimal täglich versenden zu können, müssen zum Versandtermin auch ausreichend Beiträge zum Thema vorliegen.
Sofern Sie über wichtige Traffic-relevante Newsletter verfügen, sollten Sie diese durchaus in Ihrer Themenplanung berücksichtigen, damit zum Versandtermin die Beitrags-Pipeline ausreichend gefüllt ist.  
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, kleinteilige Inhalte zum jeweiligen Thema vorzuproduzieren. Geeignet sind beispielsweise zeitlose Themen wie Tipp-Sammlungen, Zitate und Lexikoneinträge. Sollten einmal nicht genügend aktuelles Material vorhanden sein, sorgen solche nutzwertigen Beiträge für eine Minimalbefüllung des Newsletters.
Für jeden Newsletter, der von der vorübergehenden Austrocknung bedroht ist, können solche Fallback-Inhalte frühzeitig geplant und einfach auf Halde produziert werden.

9. Promoten Sie die Newsletter nahe am Content

Newsletter sind eine einfache Methode, Nutzer über einen langen Zeitraum immer wieder auf Ihre Seite zurück zu bringen. Daher sollten sie auch - eher prominent - nahe am Content beworben werden. Ideal sind Bestellboxen mit der Möglichkeit zur Eingabe der Mailadresse und einem „Bestellen“-Button. Machen Sie die Hürde der Bestellung so niedrig wie möglich. Sofern noch ein Häkchen für Nutzungs- oder Datenschutzbestimmungen gesetzt werden muss, kann dies ebenfalls in dieser Box geschehen. 

10. Optimieren Sie Ihr Newsletter-Portfolio

Entsprechen Ihre Newsletter noch der inhaltlichen Ausrichtung der Webseite? Nicht selten finden sich im Portfolio Newsletter, für die die Redaktion eigentlich schon längst keine Inhalte mehr liefert. Oder umgekehrt: Für die wichtigsten Trend-Themen gibt es keine entsprechenden Themen-Newsletter. Durch geschicktes Zusammenlegen von Adress-Stämmen und Newslettern können oftmals die vorhandenen Inhalte zu attraktiveren Newslettern gebündelt werden. Oder anstatt einen neuen Newsletter bei Null zu starten und geduldig auf Abonnenten zu warten, startet ein Themenangebot nach dem Umbenennen eines verwandten aber veralteten Newsletters nicht bei Null sondern mit einem schönen Stamm am Interessenten. 

Hier geht es zu Teil 1 dieses Beitrags

Freitag, 11. Januar 2013

Und immer an den Owner denken - CBS greift bei Cnet durch


Klassischer Fall von Interessenskonflikt: Eine HDTV Settop-Box mit Werbeblocker schien der Redaktion der renommierten US-Webseite cnet.com eindeutig preisverdächtig. Doch am Mittwoch abend wurde der Dish Hopper with Sling (hier gehts zum Test von cnet) von der Liste der Nominierten für "Best of CES" wieder entfernt. Cnet-Mehrheitseigner CBS hatte zuvor bei der Redaktion interveniert und darauf hingewiesen, dass CBS derzeit gerichtlich gegen das den Festplattenrecorder vorgeht. 

Besonders peinlich für die Redaktion: Die Nominierung wurde zuvor per Twitter öffentlich gemacht, wie die US-Blogs buzzfeed und businesswire übereinstimmend berichten.

Der Dish Hopper with Sling nimmt alle Fernsehkananäle gleichzeitig und kontinuierlich auf und erlaubt so den Zuschauern das werbefreie Fernsehen - live wie aufgenommen, zu Hause wie mobil auf Smartphone oder Tablet.

Die Furcht von CBS vor Technologie zum werbefreien Fernsehen ist nachvollziehbar, schließlich finanzieren sich die TV-Networks (ebenso wie die meisten Publishing Webseiten) durch Werbung. Dennoch ist hier eine Grenze überschritten worden. Denn die meisten Technologien und Produkte über die Cnet berichtet, stehen in im engeren oder weiteren Sinne in Konkurrenz zum klassischen Fernsehen: Angefangen bei BluRay und DVD über Streaming-Anbieter wie Netflix bis hin zu letztlich jedem mobilen oder stationären PC, der längst vielfältige Unterhaltungsfunktionen erfüllt.

Schlimmer noch. Ein solcher Eingriff in die redaktionelle Unabhängigkeit torpediert die Integrität der Redaktion. Bei jedem weiteren Beitrag kann sich der User künftig eine Vielzahl an Fragen stellen?

  • Wurde wieder Einfluss ausgeübt?
  • War es diesmal der Anzeigenkunde?
  • Kann ich der Bewertung durch die Redaktion trauen?

Selbst wenn die Intervention von CBS ein Einzelfall bleibt, bleibt es nicht aus, dass einzelne Redakteure nicht unbeeindruckt bleiben. In Abwandlung des Helmut-Markwort-Credos aus der Focus Steinzeit "Und immer an den Leser denken" heißt es dann "Und immer an den Owner denken."  

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